Das I Ging geht auf schamanische Orakeltechniken in vorgeschichtlichen Zeiten zurück, es wurde und wird auch als Orakel befragt. Allerdings ist dies nur eine der sieben traditionellen daoistischen Interpretationen des I Ging (andere wären z.B. philosophisch/ethische/moralisch, magische, alchemistische…)
Zu diesem Zweck wird jeweils eines der 64 Hexagramme ausgewählt, und der mit dem Hexagramm assoziierte Text gelesen und interpretiert, insgesamt bilden acht Hexagramme eine komplette Vorhersage.
Das I Ging bzw. Yì Jīng (chin. 易經 / 易经, das „Buch der Wandlungen“ oder „Klassiker der Wandlungen“ ist der älteste der klassischen chinesischen Texte. Yì Jīng ist die Schreibweise in amtlicher chinesischer Pinyin; alternative Schreibweisen: I Jing, Yi Ching, Yi King, Yijing) Das Buch ist auch als Zhōu Yì (周易, W.-G. Chou I) bekannt, was so viel wie „Wandlungen von Zhou“ bedeutet. Hieraus kann man schließen, dass die Tradition einen Ursprung in der Zhou-Dynastie (zirka 1122/1045-770 v. Chr.) sah.
Das I GING enthält die Kosmologie und Phliosophie des alten China. Grundideen sind eine AUSGEWOGENHEIT der GEGENTEILE und ein Akzeptieren der Veränderung.
Das Buch beschreibt die Welt in 64 Bildern, die aus je sech druchgehenden oder unterbrochenen Linien bestehen (HEXAGRAMME).
Es wurde traditionell und wird immer noch als ORAKEL-BUCH verwendet, aber auch als WEISSHEITS-BUCH aufgefasst.
Die ursprüngliche Herkunft der Orakel-Tradition hat schamanistische Wurzeln und beruht auf dem Deuten von Kerben und Linien in zerplatzten Schildkrötenpanzern durch Hitzeeinwirkung.
Alle 64 Bilder können jeweils 6 Zusatzhinweise haben je nachdem, ob bei der Ermittlung des Zeichens (vgl. Abschnitt Methoden der Weissagung) eine als wndelnd ("dynamisch") oder nicht ("stabil") identifiziert wurde.
Die 64 Bilder beschreiben also schon 384 Situationen oder geben entsprechende Verhaltensratschläge. Da jedes der 64 Zeichen durch Wandel einer oder mehrerer Linien in alle anderen übergehen kann, gibt es 64 x 64 = 4.9096 verschiedene implizite Übergänge oder Möglichkeiten des Umschlagens einer Sitiuation. Die große Anzahl von verschiedenen möglichen Kombinationen veranlasste die Autoren des I GING anzuehmen, die möglichen Kombinationen von SYMBOLEN könntenalle Möglichkeiten der VERÄNDERUNGEN und WANDLUNGEN in der WELT darstellen.
Die beim Erheben der Zahlenwerte notwendigen umfangreichen Rechenoperationen wurden daher Grundlage einer sich auf dem I Ging aufbauenden Zahlenmystik, die auch den Orakeltechniken zugrunde liegt.
Das Taiji-Symbol ☯
Das Taiji-Symbol (太極圖 / 太极图, Tài Jí Tú) für „individuelles“ Yin und Yang wird im Westen auch Yin-Yang-Symbol genannt. Es ist der Ursprung eines zyklischen Weltbildes mit einem komplementären Kräfteverhältnis.
Die zwei Linien = Historisch ist das I Ging viel älter als die Yin-Yang-Lehre (陰陽 / 阴阳, Yīn Yáng), folgende Zuordnungen für die zwei „Linien“ (兩儀, Liǎng Yí) sind jedoch, mit der Zeit üblich geworden:
Die durchgezogene Linie steht für das yáng (陽): - Ausdehnung, maskuliner Aspekt, Licht, Leben, ungerade Zahlen, Durchdringung, Berge; in Indien der Lingam. Symbol ist der Drache.
Die unterbrochene Linie steht für das yīn (陰):- -
Zusammenziehung, femininer Aspekt, Dunkelheit, Nacht, Tod, gerade Zahlen, Widerstand, Wasserläufe; in Indien die Yoni. Symbol ist der Tiger.